7 Fakten über Smoothies aus dem Supermarkt

Wie gesund sind sie wirklich?

Sie sind lecker und süß, werden in stylischen Mehrweggläsern mit flotten Sprüchen vermarktet und kommen ganz gesund daher: To-Go-Smoothies. Mittlerweile füllen sie ganze Regale im Supermarkt - sie sind schließlich bequemer als selbstgemachte Smoothies von zuhause. Doch sind sie wirklich auch so gesund?

Egal, ob selbstgemacht oder aus dem Supermarkt, Smoothies erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit: Die Zahl der Deutschen, die mehrmals pro Monat Smoothies trinken, stieg von 4,42 Millionen im Jahr 2017 auf 5,8 Millionen im Jahr 2020. Immer öfter wird dabei auch zum fertigen Smoothie aus dem Supermarkt gegriffen. Spricht ja nichts dagegen, oder? Ist doch gesund. Beim Griff ins Kühlregal gibt es einiges zu beachten. Wir haben dir die wichtigsten Infos über die fertige Alternative zusammengefasst.

1. Fertige Smoothies enthalten einen Großteil Saft

Saft oder Püree? Zunächst sollte man wissen: Der Begriff Smoothie ist rechtlich nicht geschützt. "Für die Zusammensetzung der Produkte gibt es keine speziellen lebensmittelrechtlichen Vorschriften", sagt Yvonne Knips, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzen­trale Nordrhein-Westfalen.

Was findet man im Supermarkt unter dem Namen “Smoothie”:

  • eine Mischung aus Fruchtpüree und Fruchtsaft
  • eine Mischung aus Fruchtsäften
  • eine Zubereitung aus Fruchtsaft und Fruchtmark

Was einen Smoothie letztlich von einem Fruchtsaft unterscheidet, ist der Anteil von Fruchtpüree und Fruchtmarkt, denn dieser sorgt maßgeblich für die Konsistenz des Produkts. Bisher gibt es keinen einheitlichen Richtwert, wie hoch der Anteil an Püree oder Mark im Vergleich zu Saft sein muss. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. fordert daher eine klare Regelung in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches. So bestehen grüne Smoothies aus dem Supermarkt oft aus Obstsaft, einem geringen Anteil Fruchtmark zum Andicken und nur ein paar färbenden grünen Blättern. Ein genauer Blick aufs Etikett lohnt sich.

2. Supermarkt-Smoothies enthalten meist mehr Zucker als Cola

Auf den Verpackungen der fertigen Smoothies findet man häufig den Hinweis, dass dem Produkt kein Zucker zugesetzt wurde. Allerdings enthalten Smoothies oft einen erheblichen Anteil an natürlichem Fruchtzucker, der nach Saftanteil variieren kann – in der Regel über zehn Prozent. Eine britische Studie aus dem Jahr 2016 hat die Inhaltsstoffe diverser Fertig-Smoothies genauer untersucht. Das Ergebnis: Die “To-Go-Smoothies” der Studie enthielten durchschnittlich 13g Zucker auf 100ml. Zum Vergleich, die gleiche Menge Cola enthält ca. 10,6g Zucker. Weitere Untersuchungen, wie die des Wirtschafts- und Verbrauchermagazin des Norddeutschen Rundfunks, bestätigen dieses bedenkliche Resultat. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte man nicht mehr als 25g Zucker pro Tag zu sich nehmen - inklusive Fruchtzucker. In den Smoothies von Aldi und Rewe steckt bereits mehr Zucker, als von der WHO empfohlen.

3. Intensive Verarbeitung vernichtet wichtige Mikronährstoffe

Die Mischungen müssen haltbar gemacht werden. Das kann durch zusätzliche Stoffe, Pasteurisation oder Hochdruckbehandlung geschehen. Dabei wird der Smoothie z.T. stark erhitzt. Nicht nur wichtige Vitamine, sondern auch viele andere Mikronährstoffe gehen dabei verloren. 

Außerdem hast du nie die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Meistens verwenden die Hersteller, anders als du in deiner eigenen Küche, nicht die ganze Frucht. Doch gerade in Bestandteilen wie der Schale stecken wertvolle Nährstoffe.

4. Kaum Vitamine nachweisbar

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag 100mg Vitamin C aufzunehmen. Diesen Tagesbedarf im Alltag zwischen Meetings und dem klingelnden Telefon zu decken, ist gar nicht so einfach. Da sind Smoothies doch eine bequeme Möglichkeit, oder nicht? Eine Untersuchung des Magazins Ökotest kam zu einem ernüchternden Ergebnis: In drei der fünf untersuchten Smoothies aus bekannten Supermarktketten sei kein Vitamin C nachweisbar.

Die Lifestyle-Getränke gelten zwar als gesund, doch auch ein Marktcheck von Lebensmittelklarheit kam zu einem ähnlichen Resultat. In einer Untersuchung wurden zwischen März und Juli 2020 50 Produkte aus Supermärkten und Discountern unter die Lupe genommen. Dabei wurde herausgefunden: Die teilweise mit charmanten Namen wie „Vitaminbündel“, „Gesundheitsbooster“ oder „Immunsmoothie“ beworbenen Smoothies erreichen die hervorgehobenen Nährstoffmengen häufig nur durch zugesetzte Vitamine.

Smoothies im Supermarkt© lightpoet – stock.adobe.com

5. Viele Produkte werben mit exotischen Früchten, in Wirklichkeit bestehen sie etwa zur Hälfte aus Apfelsaft oder Apfelmark.

Um den Verkauf der fertigen Smoothies im Kühlregal noch attraktiver zu machen, ­greifen die Hersteller gerne auf exotische Früchte zurück und drucken diese prominent auf die Flasche. Deren Anteil am Smoothie machen allerdings manchmal weniger als 3 Prozent aus. Bei 28 im Marktcheck getesteten Smoothies waren ausgelobte Zutaten letztendlich nur in Minimenge enthalten. Beim Blick auf die Rückseite der Flasche stellt man fest: Angepriesene Inhaltsstoffe wie Matcha oder Cranberry haben einen Anteil von weniger als 1 Prozent. Stattdessen bestehen sie oftmals zur Hälfte aus Apfel- oder Orangensaft – vereinzelt sogar zu über 70 Prozent. Wir finden: dann kann man auch gleich zum Apfelsaft greifen.

6. Wellnessdrinks sind keine Wundermittel

Ob Matcha, Goji, Ginseng oder Aktivkohle: Viele Hersteller appellieren oft an das Gesundheitsbewusstsein und bewerben ihre Smoothies als Wellnessdrinks mit ausgefallenen Superfoods und Heilkräutern. Allerdings sind ausgelobte Wunderwirkungen exotischer Zutaten kaum wissenschaftlich nachgewiesen. Eins ist klar: Genügend Obst und Gemüse leistet einen erheblichen Beitrag für eine gesunde Lebensweise. In Deutschland rät die Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag zu mindestens 650g, umgerechnet sind das meist fünf Portionen. Doch wer einen fertigen Smoothie aus dem Supermarkt trinkt, kann damit höchstens ein bis zwei Portionen ersetzen, weil bei der Produktion essentielle Nährstoffe verloren gehen. Deswegen muss man im Hinterkopf haben - "Wellnessdrinks sind keine Arznei­mittel", sagt Dr. Stefanie Gerlach von der Deutschen Diabetes-Hilfe.

7. Aber: Püriertes Obst ist besser als gar kein Obst.

Letztendlich bleibt festzuhalten: Smoothies sind vor allem besser als Säfte aus Konzentrat, denn durch das Fruchtfleisch enthalten sie mehr nützliche Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Wir wollen keinesfalls Hersteller an den Pranger stellen und deren Produkte schlecht reden. Vielmehr wollen wir dir Transparenz geben und dich zum Hinterfragen anregen. Vielleicht greifst Du doch lieber das ein oder andere Mal zu unverarbeitetem Obst und Gemüse - gern auch tiefgefroren.

Wenn es doch mal schnell gehen muss, gibt es auch andere Alternativen

Also doch wieder Obst und Gemüse heimschleppen, in die Küche stellen und schnippeln? Muss nicht sein: Eine Alternative sind Frucht- und Gemüsepulver, welche oftmals direkt nach der Ernte gefriergetrocknet oder anders schonend verarbeitet und anschließend gemahlen werden. Diese werden mittlerweile auch als Smoothiepulver angeboten und lassen sich ähnlich einem Proteinshake bequem und überall mit Wasser mixen. Die Pulver enthalten meist mehr Vitamine und Mikronährstoffe als schlecht gelagertes Obst und Gemüse aus dem Frischeregal - und mehr als der fertige Smoothie allemal.

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